Schienenschweißen im Gleis: Verfahren, Qualifikation, Abnahme
Aluminothermisch (Thermit) oder Abbrennstumpfschweißung — so entsteht das durchgehend verschweißte Gleis. Verfahren, Qualifikation und Prüfung erklärt.

Das Wichtigste
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Auf einen Blick
- Thema
- Oberbau & Gleisbau
- Belegt durch
- DB InfraGO AG · Eisenbahn-Bundesamt (EBA) · DIN Deutsches Institut für Normung
- Passende Leistung
- Oberbau & Gleisbau
- Leistungsgebiet
- bundesweit · Maschine immer mit Bediener
Warum werden Schienen im Gleis verschweißt?
Schienen werden verschweißt, um ein durchgehend verschweißtes (lückenloses) Gleis herzustellen — eines, dessen Schienen über ihre Stöße fest verbunden sind, statt mit Laschen mechanisch gekoppelt. Das macht die Fahrbahn ruhiger und wartungsärmer und beseitigt den Verschleiß an den Stößen.
Im Gegenzug entstehen temperaturabhängige Längsspannungen in den Schienen, die über eine definierte Verspanntemperatur und ein stabiles Schotterbett beherrscht werden müssen. Das Verschweißen ist deshalb kein Detail, sondern ein sicherheitsrelevanter Arbeitsschritt mit eigenen Regeln.
Welche Schweißverfahren kommen im Gleis zum Einsatz?
Im Gleisbau dominieren zwei Verfahren. Die aluminothermische Schweißung (Thermit) verbindet die Schienen über eine exotherme Reaktion und ist mobil, auch stoßweise im verlegten Gleis einsetzbar. Die Abbrennstumpfschweißung verbindet die Schienen durch Lichtbogen-Abbrand und Stauchen unter Druck und wird mit stationären oder mobilen Schweißmaschinen ausgeführt.
Daneben steht das Auftragsschweißen für Reparaturen, etwa an Schienenoberflächen. Welches Verfahren passt, hängt von Schienenprofil, Lage des Stoßes und der Vorgabe des Betreibers ab. Für viele Einzelstöße im verlegten Gleis ist die aluminothermische Schweißung das übliche Mittel.
Wie funktioniert das aluminothermische Schweißen?
Beim aluminothermischen Schweißen wird im Tiegel eine Reaktion aus Aluminium und Eisenoxid ausgelöst, die sehr hohe Temperaturen erzeugt und flüssigen Stahl liefert. Dieser läuft in eine Gießform um den zuvor vorgewärmten Schienenstoß und verbindet die Enden.
Nach dem Erstarren werden Anguss und Überstände abgetrennt und der Stoß verschliffen, bis er das Soll-Profil hat. Vorwärmung, Spaltmaß und Abkühlung müssen den Vorgaben entsprechen — Abweichungen gefährden die Festigkeit der Schweißung. Jeder Schritt wird dokumentiert.
Welche Qualifikation und Abnahme sind vorgeschrieben?
Schweißarbeiten an Schienen dürfen nur von qualifiziertem, geprüftem Personal nach den geltenden Regelwerken ausgeführt werden; die Qualifikation ist verfahrensgebunden. Jede Schweißung wird dokumentiert und geprüft — Sichtprüfung, Geometrie- und Maßkontrolle sowie zerstörungsfreie Verfahren wie Ultraschall zur Erkennung innerer Fehler.
Die Prüfumfänge und Toleranzen richten sich nach dem Regelwerk des Betreibers. Erst eine regelkonforme, dokumentierte Schweißung darf im Gleis verbleiben. Welche Schweißzertifikate Railbau vorhält, ist unter den Qualifikationen ausgewiesen; konkrete Nachweise legen wir projektbezogen vor.
Wie ordnet sich das Schweißen in die Railbau-Leistung ein?
Das Verschweißen der Schienen ist ein fester Schritt im Oberbau und Gleisbau und folgt im Ablauf auf den Einbau der Schienen — siehe Ratgeber Gleisbau Schritt für Schritt. Railbau erbringt Schweißleistungen mit qualifiziertem Personal auf Firmen-Ebene.
Anzufragen ist die Schweißleistung im Kontext der Gesamtmaßnahme — Verfahren, Anzahl der Stöße und Lage ergeben sich aus Bauzustand und Vorgabe. Verfahren und Nachweise klären wir projektbezogen; ein verbindliches Angebot erstellen wir auf Anfrage.
Konkrete Verfahren und Nachweise klärt Railbau projektbezogen.
Aus dem Ratgeber · Oberbau & Gleisbau
Quellen
- DB InfraGO — Oberbau, Schweißen und Regelwerk · DB InfraGO AG · abgerufen 2026-06
- Eisenbahn-Bundesamt — Anforderungen an Infrastruktur und Bauausführung · Eisenbahn-Bundesamt (EBA) · abgerufen 2026-06
- DIN — Normen für Schweißen und Schienen · DIN Deutsches Institut für Normung · abgerufen 2026-06
Häufige Fragen
Welche Schweißverfahren werden im Gleisbau eingesetzt?
Im Gleisbau dominieren zwei Verfahren. Die aluminothermische Schweißung (Thermit-Verfahren) verbindet die Schienenenden über eine im Tiegel ausgelöste exotherme Reaktion, deren flüssiges Stahlgemisch in eine Gießform um den Stoß läuft; sie ist mobil und stoßweise einsetzbar, auch im verlegten Gleis. Die Abbrennstumpfschweißung verbindet die Schienen durch Lichtbogen-Abbrand und anschließendes Stauchen unter Druck, ausgeführt mit stationären oder mobilen Schweißmaschinen. Daneben gibt es Auftragsschweißen zur Reparatur. Welches Verfahren passt, hängt von Schienenprofil, Lage und Vorgabe des Betreibers ab. Das aluminothermische Schweißen ist in der DIN EN 14730 geregelt — Teil 1 für die Verfahrenszulassung, Teil 2 für die Schweißerqualifikation und die Abnahme der Schweißung.
Was ist aluminothermisches Schweißen (Thermit)?
Beim aluminothermischen Schweißen wird in einem Tiegel eine Reaktion aus Aluminium und Eisenoxid ausgelöst, die sehr hohe Temperaturen erzeugt und flüssigen Stahl liefert. Dieser läuft in eine Gießform, die um den zuvor vorgewärmten Schienenstoß gesetzt ist, und verbindet die beiden Schienenenden. Nach dem Erstarren werden Anguss und Überstände abgetrennt und der Stoß verschliffen. Das Verfahren ist mobil und eignet sich für einzelne Stöße direkt im verlegten Gleis. Vorwärmung, Spaltmaß und Abkühlung müssen den Vorgaben entsprechen und werden dokumentiert.
Welche Qualifikation braucht das Schweißpersonal?
Schweißarbeiten an Schienen dürfen nur von hierfür qualifiziertem und geprüftem Personal ausgeführt werden — Schweißer müssen die für das Verfahren geforderte gültige Schweißerprüfung und Zulassung besitzen, und die Ausführung folgt den geltenden Regelwerken der Bahn. Die Qualifikation ist verfahrensgebunden: Wer aluminothermisch schweißt, braucht den entsprechenden Nachweis. Bei Railbau werden Schweißleistungen auf Firmen-Ebene mit qualifiziertem Personal erbracht; die konkreten Schweißzertifikate und Nachweise weisen wir projektbezogen auf Anfrage aus und führen sie unter den Qualifikationen. Die Qualifizierung aluminothermischer Schweißer und die Zertifizierung der Betriebe regelt DIN EN 14730-2.
Wie wird eine Schweißung im Gleis geprüft und abgenommen?
Jede Schweißung wird dokumentiert und geprüft. Üblich sind eine Sichtprüfung des fertigen Stoßes, die Kontrolle der Geometrie und Maßhaltigkeit nach dem Verschleifen sowie zerstörungsfreie Prüfverfahren wie die Ultraschallprüfung zur Erkennung innerer Fehler. Die Prüfumfänge und Toleranzen richten sich nach dem Regelwerk des Betreibers. Erst eine regelkonforme, dokumentierte Schweißung darf im durchgehend verschweißten Gleis verbleiben. Die geforderten Nachweise liegen zur Abnahme vor; Railbau führt die Schweißleistung so aus, dass Dokumentation und Prüfung den Vorgaben entsprechen.
Was ist ein durchgehend verschweißtes Gleis?
Ein durchgehend verschweißtes Gleis (auch lückenloses Gleis) ist ein Gleis, dessen Schienen über ihre Stöße fest verschweißt sind, statt mit Schienenlaschen mechanisch verbunden zu sein. Dadurch entfällt das frühere Stoßgeräusch und der Verschleiß an den Stößen, die Fahrbahn wird ruhiger und wartungsärmer. Im Gegenzug entstehen temperaturabhängige Längsspannungen in den Schienen, die durch eine definierte Verspann- oder Neutralisationstemperatur und ein stabiles Schotterbett beherrscht werden müssen. Das Verschweißen der Schienen ist deshalb ein fester, sicherheitsrelevanter Schritt im Gleisbau.
